Die vergangenen Wochen waren fordernd und anstrengend – so sehr, dass selbst für die Dinge, die normalerweise Freude machen, kaum noch Energie übrig blieb. Auch Mountain Buddha wurde dadurch stiller. Fast einen Monat lang entstand kein neuer Beitrag. Nicht aus Mangel an Ideen oder Interesse, sondern weil manchmal schlicht die Kraft fehlt, Gedanken zu sortieren, Bilder auszuwählen und daraus etwas Neues entstehen zu lassen.

Solche Phasen gehören zum Leben, auch wenn wir sie nur schwer akzeptieren können. Wir sind daran gewöhnt, weiterzumachen, produktiv zu sein und entstandene Lücken möglichst schnell wieder zu schließen. Dabei kann es manchmal genau richtig sein, nichts zu erzwingen. Eine Pause bedeutet nicht zwangsläufig Stillstand. Manchmal braucht es sie, damit die Freude an einer Sache von selbst zurückkehren kann.

Ein Sommer, der irgendwie vorbeigezogen ist

Besonders schade war, dass diese Zeit ausgerechnet in den Sommer fiel. Lange Tage, warme Abende, Berge, Natur und Fotografie – eigentlich Monate voller Möglichkeiten. Und trotzdem blieb rückblickend das Gefühl eines Sommers, der irgendwie vorbeigezogen ist, ohne wirklich angekommen zu sein.

Wenn zu viele andere Dinge Aufmerksamkeit und Energie beanspruchen, erreicht einen selbst das Schöne nicht mehr auf dieselbe Weise. Draußen scheint die Sonne, die Tage sind lang und eigentlich wäre alles da. Doch manchmal fehlt innerlich einfach der Platz dafür. Und plötzlich werden die Abende früher dunkel, die Luft morgens kühler und die ersten Blätter beginnen sich zu verfärben.

Plötzlich fühlt sich der Herbst genau richtig an

Normalerweise bedeutet der Herbst zunächst einmal Abschied vom Sommer. Dieses Jahr fühlt er sich überraschend anders an. Nach den anstrengenden vergangenen Wochen wirken die kühle, klare Luft, das weichere Licht und die langsam ruhiger werdende Natur beinahe wie ein Neubeginn.

Vor allem der Nebel hat seinen ganz eigenen Reiz. Er legt sich morgens über Wiesen und Täler, lässt vertraute Landschaften verschwinden und reduziert die Welt für einige Augenblicke auf das, was unmittelbar vor uns liegt. Gerade darin steckt eine schöne Symbolik: Man muss nicht immer den gesamten Weg sehen. Manchmal reicht es vollkommen, die nächsten Schritte zu erkennen.

Vielleicht passt der Herbst deshalb so gut zu Zeiten, in denen langsam wieder neue Kraft entsteht. Die Natur versucht nicht, den Sommer festzuhalten. Sie verändert sich, zieht sich zurück und zeigt dabei, dass auch im Loslassen etwas Schönes liegen kann.

Nicht nachholen, sondern neu beginnen

Ein gefühlt verlorener Sommer muss nicht nachgeholt werden. Was nicht stattgefunden hat, lässt sich ohnehin nicht zurückholen, und der Versuch würde nur neuen Druck erzeugen. Viel wichtiger ist es, dort wieder anzufangen, wo neue Energie entsteht.

Vielleicht braucht es dafür gar keinen großen Neustart. Ein Spaziergang in klarer Herbstluft, die Kamera wieder häufiger in der Hand, ein nebliger Morgen oder ein neuer Gedanke können vollkommen ausreichen. Und vielleicht war der Sommer am Ende auch gar nicht verloren. Vielleicht war er einfach eine schwierigere und stillere Zeit, als ursprünglich erhofft. Auch solche Phasen gehören zum Leben.

Umso schöner ist es, wenn irgendwann wieder erste Konturen sichtbar werden. Wenn die Lust auf Natur, Fotografie und Schreiben langsam zurückkehrt und sich eine Jahreszeit, die eigentlich für Abschied steht, plötzlich wie ein neuer Anfang anfühlt. Manchmal beginnt dieser nicht mit strahlendem Sonnenschein, sondern mit Nebel, klarer Luft und einem ersten tiefen Atemzug.