Ein neues Jahr beginnt. Nicht mit einem lauten Knall, sondern – wenn wir es zulassen – mit einem Atemzug. Zeit, zurückzuschauen. Und Zeit, nach vorne zu fühlen.
Rückblick: Dankbarkeit für das Gesehene
Das vergangene Jahr war reich an stillen Momenten. Augenblicke, die nicht laut waren, aber wahr.
Manche davon durfte ich mit der Kamera festhalten: Licht, das durch Nebel bricht. Ein Tier, das kurz innehält. Berge, die nichts wollen und nichts müssen.
Fotografie war dabei weniger ein Festhalten als ein Erinnern. Eine Einladung, wirklich da zu sein.
Dankbar bin ich nicht für perfekte Bilder, sondern für die Momente der Achtsamkeit dahinter – für das langsamer Werden, für das Sehen ohne Urteil, für das einfache Staunen.
Ehrlichkeit: Die Schwere der Welt
Gleichzeitig wäre es unehrlich, nur von Licht zu sprechen. Die Welt fühlt sich schwer an: das Wiedererstarken von Faschismus, die eskalierende Klimakatastrophe, die fortdauernde Realität von Pandemien. All das ist real. All das wirkt. Und all das lässt sich nicht wegmeditieren.
Achtsamkeit heißt nicht, die Augen zu schließen. Achtsamkeit heißt, hinzusehen – ohne zu versteinern.
Ausblick: Hoffnung als Praxis
Hoffnung ist für mich kein naiver Optimismus. Hoffnung ist eine tägliche Übung: trotzdem aufmerksam bleiben. Trotzdem mitfühlend handeln. Trotzdem Schönheit wahrnehmen, ohne das Leid zu leugnen.
Vielleicht liegt genau darin eine leise Form von Widerstand:
achtsam sein in einer Zeit der Ablenkung,
freundlich bleiben in einer Zeit der Verhärtung,
verbunden handeln in einer Zeit der Spaltung.
Mountain Buddha – ein Weg, kein Ziel
Dieser Blog bleibt, was er ist: unvollkommen. Ein Weg, kein Statement.
Ein Ort für Bilder, Gedanken und Pausen. Für das Dazwischen von Sehen und Sein.
Möge das neue Jahr Raum schaffen – für Klarheit statt Lärm, für Mitgefühl statt Zynismus, für kleine, echte Momente, die tragen.
Ich gehe hoffnungsvoll weiter. Schritt für Schritt.
Mit offenen Augen. Und mit einem ruhigen Herzen.
